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Stahlhändler verkürzt die Kommissionierzeit für Langprodukte um 80 %

Ursprünglich lagerte der polnische Stahlhändler Insubud Sp. z o.o. seine Langgüter ausschließlich flächig und in Stapelregalen. Dies führte zu Ineffizienzen bei der Raumnutzung, der Übersichtlichkeit und vor allem bei den Zugriffszeiten. Die Entscheidung für ein Remmert-Wabenlager brachte die Wende. Neben vielen anderen Vorteilen konnten die Kommissionierzeiten um 80 Prozent reduziert werden.

Insbud Sp. z o.o. ist seit 1995 eine feste Größe im polnischen Stahlhandel. Als Mitbegründer der European Steel Group arbeitet das Unternehmen mit internationalen Stahlwerken zusammen, um ein umfassendes Portfolio an Stahlprodukten anzubieten – von Blechen und Profilen bis hin zu Bewehrungsstahl und Drahtwaren. Mit einer eigenen Fahrzeugflotte, die in einem Umkreis von 200 km um den Standort in Rakoniewice, Polen liefert, und über 10.000 Tonnen Lagerbestand hat sich Insbud einen Ruf für Zuverlässigkeit und pünktliche Lieferung aufgebaut.

Hinter den Kulissen sah der Lagerbetrieb des Unternehmens in den ersten Jahren jedoch ganz anders aus. Jahrelang wurden Langgutartikel aller Gewichtsklassen flach in herkömmlichen Stapelregalen gelagert, die von manuell gesteuerten Laufkränen bedient wurden. Der Zugriff auf Materialien, die unter anderen Artikeln gelagert waren, erforderte zeitaufwändige Umlagerungsvorgänge. Was sich ebenfalls negativ auf die Abläufe auswirkte: Es gab kein professionelles Lagerverwaltungssystem – die Mitarbeiter mussten oft physisch nach bestimmten Materialien suchen, was Kundenbestellung zu häufig zu einer arbeitsintensiven und frustrierenden Angelegenheit machte.

Das Ergebnis: Die Kommissionierung eines einzelnen Kundenauftrags dauerte im Durchschnitt in etwa eine Stunde. Mit steigendem Auftragsvolumen wurden diese operativen Engpässe zu kritischen Hindernissen für die weitere Expansion. Ineffiziente Hallennutzung, langsamer Durchsatz und anstrengende manuelle Handhabung schränkten die Wettbewerbsfähigkeit von Insbud ein – und ihr Potenzial.

 „Goods-to-Person“-Prinzip brachte die Wende

 

Remmert, ein führender deutscher Spezialist für automatisierte Lager- und Bereitstellungssysteme für Langgut und Bleche, entwickelte ein umfassendes Intralogistikkonzept, das speziell auf die Bedürfnisse von Insbud zugeschnitten war. Im Mittelpunkt der Lösung stand der Ersatz des alten Stapelregalsystems durch ein hochmodernes Remmert-Wabenlager – ein vollautomatisches Hochleistungslagersystem, das im Herzen der Lagerhalle positioniert wurde.

Nach Standortanalyse, Referenzbesichtigungen und enger Abstimmung mit dem Insbud-Team plante Remmert ein zentrales Wabenlager mit vier Be- und Entladestationen an beiden Längsseiten des Lagers. Diese Anordnung wurde bewusst gewählt, um gleichzeitige Ein- und Auslagerungsvorgänge zu ermöglichen und Engpässe in Spitzenzeiten zu minimieren.

Bei der Anlieferung werden die eingehenden Materialien mit dem Hallenkran direkt in Lagerkassetten verladen. Die Materialdaten werden über ein Terminal an der Wareneingangsstation in das Remmert WMS (Warehouse Management Software) eingegeben. Das RBG nimmt die Kassette sofort auf und lagert sie automatisch im Regal ein. Dank der Konstruktion mit zwei Schlitten des RBG kann innerhalb von Sekunden eine volle Kassette abgeholt und eine leere Kassette für die nächste Anlieferung bereitgestellt werden – ohne Wartezeiten, ohne Leerlauf.

Für die Kommissionierung ausgehender Bestellungen nutzt Insbud die Schnellwechselstationen von Remmert. Diese ergonomisch optimierten Arbeitsstationen verfügen über zwei parallele Förderbahnen: Während Mitarbeiter Material für den aktuellen Kundenauftrag aus der vorderen Kassette kommissionieren, wird die nächste Kassette bereits auf der hinteren Bahn vorpositioniert. Die Kassettenrotation erfolgt unabhängig vom RBG, sodass Kassettenwechsel parallel zum Kommissionierprozess stattfinden können. Die Laufwege für die Mitarbeiter werden drastisch reduziert, und Wartezeiten entfallen praktisch vollständig.

Die Ergebnisse: 80 % schneller, sicherer und intelligenter

Das auffälligste Ergebnis der Remmert-Lagertechnik bei Insbud war die Veränderung der Kommissionierzeiten. Was zuvor etwa 60 Minuten dauerte, ist nun in etwa 10 Minuten erledigt – eine Reduzierung um 80 %. Diese einzelne Verbesserung verändert Insbuds Fähigkeit, Kunden zu bedienen, grundlegend: Pro Schicht können mehr Bestellungen abgewickelt werden, die Reaktionszeiten auf dringende Anfragen verbessern sich drastisch und die allgemeine Zuverlässigkeit der Lieferungen steigt.

 

Echtzeit-Bestandstransparenz über das WMS

Da das Remmert WMS nun den gesamten Bestand in Echtzeit verwaltet, gehören zeitaufwändige manuelle Suchen nach Lagerplätzen der Vergangenheit an. Jede Kassette und jeder Materialplatz wird digital erfasst und kann über ein Terminal abgerufen werden. Versehentliche Verwechslungen – ein hartnäckiges Problem in herkömmlichen Lagerumgebungen – werden vermieden.

 

Erweitertes Produktsortiment und erhöhte Lagerkapazität

Der Übergang von der Lagerung auf dem Boden und in Stapelregalen zum vertikalen Wabensystem hat innerhalb derselben Hallenfläche erhebliche Platzreserven freigesetzt. Insbud nutzte diese neu verfügbare Kapazität, um sein Produktsortiment zu erweitern und die Lagertiefe zu erhöhen. Das Unternehmen kann nun eine größere Vielfalt an Stahlprodukten lagern und positioniert sich damit wettbewerbsfähiger gegenüber Händlern mit größeren Anlagen.

 

Verbesserte Ergonomie und Mitarbeiterzufriedenheit

Der Umgang mit unhandlichen Langgütern – die manchmal mehrere Tonnen wiegen und mehrere Meter lang sind – sind körperlich anstrengend und gefährlich. Mit dem Remmert-Wabenlager übernimmt das RBG alle Bewegungen der Kassetten in der Höhe und innerhalb der Regalstruktur. Die Bediener arbeiten ausschließlich an den ergonomisch gestalteten Kommissionierstationen auf Bodenhöhe. Laut Insbud hat dies zu einer messbar höheren Arbeitszufriedenheit unter den Lagermitarbeitern und einer verbesserten Mitarbeiterbindung geführt.


Fazit

Die Umstellung von Insbud von einem konventionell betriebenen, auf Stapelregalen basierenden Lager auf ein vollautomatisches Remmert-Wabenlager verdeutlicht die konkreten Wettbewerbsvorteile, die moderne Intralogistiktechnologie bieten kann. Eine Reduzierung der Kommissionierzeit um 80 %, Bestandsüberwachung in Echtzeit, erweiterte Produktkapazität und eine sicherere Arbeitsumgebung sind keine schrittweisen Verbesserungen – sie sind die Grundlage für eine neue Phase des Geschäftswachstums.

Für Unternehmen im Stahlhandel und im Bereich der Langgutumschlag, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, bietet der Fall Insbud einen überzeugenden Proof of Concept. Das „Goods-to-Person“-Prinzip, realisiert durch die Remmert-Waben-Technologie, setzt neue Maßstäbe dafür, was automatisierte Langgutlagerung leisten kann.
 

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